Der Offenbacher Wochenmarkt gehört zu den schönsten der Region, und dass der Marktplatz derzeit für einige Millionen Euro umgestaltet wird, wertet ihn sicher noch auf. Einige Offenbacher sind freilich der Ansicht, dass ihre Lebensqualität am meisten von der während des Umbaus zeitweise erfolgten Sperrung der Seitenstraßen profitierte, denn in dieser Zeit konnte die Offenbacher Bohème, darunter natürlich auch die Lebenskünstler des E-Business, endlich einmal ihren Latte Macchiato im Freien schlürfen, ohne dass sich eine stinkende und lärmende Autoschlange zwischen den Tischen ihrer Straßencafés wand. Für diese Maßnahme waren auch gar keine großen Geldbeträge notwendig, es genügten zwei “Durchfahrt verboten”-Schilder je 150 Euro…
E-Business Revolution
Aber in diesem Blog soll auf eine E-Business Revolution aufmerksam gemacht werden, die, völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit, geeignet ist, den Markt umzuformen, vielleicht sogar die globale Ernährungslage nachhaltig zu beeinflussen: Auf dem Offenbacher Wochenmarkt gibt es bereits erste Formen virtuellen Gemüses zu sehen, konkret kann man dort die Schalotte (auch Chalotte, Eschalotte oder Edelzwiebel genannt) in digitaler Form kaufen. Diese E-Schalotte ist praktisch nicht von ihrem natürlichen Original zu unterscheiden; 3D-Optik, haptischer, olfaktorischer und gustatorischer Eindruck sind perfekt, selbst Vitamingehalt und Nährwert sind völlig identisch mit denen des realen Vorbilds. Über die Herstellungsdetails des virtuellen Gemüses hüllen sich die Bauern erwartungsgemäß in beredtes Schweigen, doch gentechnologische Manipulationen werden rigoros bestritten.
Sicher – der praktische Nutzen ist derzeit sehr begrenzt, da man mit dieser virtuellen Zwiebel allein noch kein interessantes E-Meal zubereiten kann. Wir müssen also zunächst gespannt auf die kommenden Innovationen warten, auf E-Delkastanien, E-Ierfrüchte, E-Ndivien, E-Rbsen, E-Stragon, E-Beresche und E-Rdbeeren.





